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Kriegsende und Neuanfänge: 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg

Erster Tag der Landesgeschichte auf Festung Ehrenbreitstein in Koblenz

Foto: Landtag Rheinland-Pfalz
Foto: Landtag Rheinland-Pfalz
28.11.2018 - Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Eine Reihe an Veranstaltungen erinnerte in diesem Jahr an diese Zäsur in der Weltgeschichte. Die Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz hatte aus diesem Anlass im November auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz zum ersten Mal einen „Tag der Landesgeschichte“ ausgerichtet. Im Mittelpunkt der gut besuchten ganztägigen Veranstaltung stand das Thema „Auf dem Weg in die Demokratie. Kriegsende und Neuanfänge 1918/1919“. In vier großen Programmblöcken wurden hierzu unterschiedliche Fragen der rheinland-pfälzischen Landesgeschichte behandelt.

„Das neue Veranstaltungsformat bietet ein Forum für die vielfältigen Initiativen im Bereich der rheinland-pfälzischen Landesgeschichte, richtet sich an alle an der Geschichte Interessierten und stellt die Arbeit von landeshistorischen Institutionen, Heimatvereinen und universitären Forschungseinrichtungen vor“, sagte Landtagspräsident Hendrik Hering. Zukünftig soll der „Tag der Landesgeschichte“ alle zwei Jahre stattfinden und in unterschiedlichen rheinland-pfälzischen Regionen gastieren.

Geschichte verwurzelt Menschen

Moderiert von der SWR-Redakteurin Ursula Nusser diskutierten zum Auftakt Landtagpräsident Hendrik Hering, Kulturstaatssekretär Salvatore Barbaro, Professor Michael Kißener von der Johannes Gutenberg Universität Mainz und die Koblenzer Kulturdezernentin Margit Theis-Scholz über die Bedeutung von Landesgeschichte und Erinnerungskultur für die Demokratie. Staatssekretär Barbaro betonte, dass Geschichte sich an Orten abspiele. Gleich eine ganze Reihe dieser Erinnerungsorte in unserem Land sei eng mit demokratischen Aufbrüchen verbunden. Landtagspräsident Hendrik Hering verwies in diesen Zusammenhang auf das starke Bedürfnis der Menschen nach regionaler Identität: „Geschichte ist ein nicht unerheblicher Teil dieser Identität, Geschichte verwurzelt Menschen und trägt damit zur Stärkung der Demokratie bei.“ Die ersten Koblenzer Wochen der Demokratie im Frühsommer 2018 hatten sich ebenfalls mit den historischen Wurzeln der Demokratie beschäftigt, so die Koblenzer Kulturdezernentin. Das Gespräch mündete in die Frage, ob Rheinland-Pfalz ein virtuelles oder nicht doch ein reales Haus der Geschichte bedürfe. Professor Kißener plädierte für letzteres, da Landesgeschichte ebenso wie Demokratie von Austausch und Begegnung lebe.

Vielfältiges Programm

Mit Volksliedern aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und des Revolutionsjahres 1918 bot die Deutsch-Folk-Band „Die Grenzgänger“ einen thematisch passenden musikalischen Rahmen. Zahlreiche Vorträge zeigten das breite Spektrum von Regional- und Landesgeschichte. Musikdarbietungen, Schauspiel, Informationsstände und Filmvorführungen vermittelten informativ und unterhaltsam Wissen. In der Festungskirche fand ein „Markt der Möglichkeiten“ statt, an dem die Arbeit der landesgeschichtlichen Vereine und Initiativen sichtbar wurde. Über den Veranstaltungsort selbst, die historische Festung Ehrenbreitstein, informierten zwei Führungen am Nachmittag. „Das vielfältige Programm bot im Zusammenspiel mit dem geschichtsträchtigen Tagungsort einen guten Einblick in die spannende Geschichte unseres Landes und förderte so auch die regionale Identität der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer“, sagte Monika Storm, die Geschäftsführerin der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes. Für historisch Interessierte, Vereine und Institutionen sei der Tag eine gute Gelegenheit gewesen, sich gegenseitig kennenzulernen und sich zu vernetzen.

Der „Erste Tag der Landesgeschichte“ war eine Kooperation zwischen dem Landtag Rheinland-Pfalz und seiner Kommission für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Beteiligt waren auch der Lehrstuhl für Zeitgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität, das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz sowie die Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz.

 
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