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Woher kommt der Hass?

Veranstaltung zur „Zukunft der parlamentarischen Demokratie“/MdB Renate Künast zu Gast in Mainz

Foto: Kristina Schäfer
Foto: Kristina Schäfer
16.11.2018 - Warum bestimmt Hass immer stärker unsere öffentliche Diskussion? Woher kommt der Hass insbesondere auch gegen Abgeordnete? Und wie kann Politik verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen? Mit diesen Kernfragen hat sich gestern eine Veranstaltung des rheinland-pfälzischen Landtags im Rahmen der Reihe „Zukunft der parlamentarischen Demokratie“ beschäftigt. Im Plenarsaal debattierten unter dem Titel „Disst Du noch oder diskutierst Du schon?“ Experten aus Politik, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft mit Bürgerinnen und Bürgern. Mit dabei war auch die Bundestagsabgeordnete Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen).

Jugendliche haben Ideen, was Demokratie attraktiv macht

Im Vorfeld der Abendveranstaltung machten Jugendliche einen Workshop mit Landtagspräsident Hendrik Hering und Experten zum Thema „Hasskommentare im Internet“. Die Jugendlichen beschäftigten sich zum Beispiel mit den Fragen: Lässt sich Hass nicht einfach ignorieren? Was macht Hass konkret mit Menschen, an die er gerichtet ist? Und wie wird Demokratie wieder attraktiver? Am Abend präsentierten die Jugendlichen ihre Ergebnisse im Plenarsaal. Eine Idee zur Stärkung der Demokratie lautete „mehr Beteiligungsmöglichkeiten für junge Leute“. Denn die Jugendlichen sind sicher: Nur wer etwas bewegen kann, will auch etwas bewegen.

Die Bundestagsabgeordnete Renate Künast hielt bei der Abendveranstaltung einen Impulsvortrag mit dem Titel „Hass ist keine Meinung“. Künast forderte, „wir müssen aufstehen und unsere Demokratie und Zukunft verteidigen“. Danach diskutierte Künast mit Politikprofessor Stefan Marschall von der Uni Düsseldorf, dem Vorstandsmitglied des Wormser Energieversorgungsunternehmens EWR, Stephan Wilhelm, und Frank Temme von medien.rlp, einem Institut für Medien und Pädagogik.

Eintreten für mehr Respekt und Sachlichkeit

„Hassrede und verbale Gewalt vergiften das gesellschaftliche Klima und rütteln an den Grundfesten unserer Demokratie“, sagte Landtagspräsident Hendrik Hering. Deshalb dürfe eine Gesellschaft nicht zulassen, wie sich Hass und Hetze in der Kommunikation, in der Politik und im täglichen Miteinander immer mehr ausbreiten. Vielmehr gelte es, den Ursachen auf den Grund zu gehen und für mehr Respekt und Sachlichkeit einzutreten. Hendrik Hering ist sicher, der Schlüssel im Kampf gegen Hass im Netz liegt in der Medienkompetenz und der demokratischen Bildung. Er findet, es gibt schon tolle Initiativen gegen „Hate Speech“, die unterstützt werden müssen.

 
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