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Vom großherzoglichen Palais zur Zerstörung

Industrieausstellung von 1842
Industrieausstellung von 1842
Nachdem die Herrschaft Napoleons zu Ende war, wurde das Deutschhaus 1814 Sitz der österreichisch-preußischen Militärregierung und ab 1815 Sitz der Gouverneure der Bundesfestung Mainz. Am 18. Juli 1815 war Goethe im Deutschhaus Gast von Festungsgouverneur Erzherzog Karl von Österreich.

In dem 1816 zwischen Österreich, Preußen und dem Großherzogtum Hessen geschlossenen Staatsvertrag wurde der Nordteil des ehemaligen Departements Donnersberg (ab 1818 "Rheinhessen") dem Großherzogtum zugeteilt.

Das Deutschhaus wurde Großherzoglich-Hessisches Palais. Es wurde aber noch weitere Jahre von den Gouverneuren der Bundesfestung bewohnt und diente auch gekrönten Häuptern als Gästehaus, so die britische Königin Viktoria und Prinzgemahl Albert anlässlich ihrer Deutschlandreise 1845, so Kaiser Wilhelm II., wenn er zwischen der Jahrhundertwende und dem Ersten Weltkrieg Jahr um Jahr im August zur Truppenparade nach Mainz kam.

1842 stand das Deutschhaus ganz anderweitig im Blickpunkt. Es war Schauplatz der Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung, auf der 720 Aussteller aus 21 deutschen Staaten vertreten waren. Die am 12. September eröffnete Ausstellung zählte während ihrer fünfwöchigen Dauer ca. 75 000 Besucher.

Abzug der Franzosen am 30. Juni 1930Zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 wurde im Deutschhaus wieder Kriegsrat gehalten. König Wilhelm I. von Preußen (nach Kriegsende im Schloss von Versailles zum Kaiser des Deutschen Reiches proklamiert) hatte die Stadt Mainz mit ihren Festungswerken zum Ausgangspunkt des Frankreichfeldzuges und das Deutschhaus zum Standort seines Großen Hauptquartiers bestimmt. Der König und seine Berater Roon, Moltke und Bismarck hielten sich vom 2. bis 7. August in Mainz auf, bis nach dem ersten deutschen Sieg bei Wörth. Im November wurde das Großherzogtum Hessen abgesetzt; das Großherzogliche Palais wechselte in den Besitz des Hessischen Staates.

Zerstörung des Deutschhauses im Februar 1945Ab Dezember 1918 wehte auf dem Deutschhaus erneut die Trikolore. Bis zum Ende der Rheinlandbesetzung residierte hier der Kommandierende General der französischen Besatzungstruppen. Die Franzosen zogen am 30. Juni 1930 ab, gemäß dem Locarno-Pakt, dem von Stresemann und Briand eingeleiteten Friedenswerk. Aus Anlass der Rheinlandbefreiung besuchte Reichspräsident von Hindenburg am 19. Juli 1930 die Stadt Mainz. Das Festessen zu Ehren Hindenburgs wurde im Deutschhaus gegeben.

Bei dem großen Bombenangriff auf die Stadt Mainz am 27. Februar 1945 wurde das Deutschhaus bis auf die Außenmauern zerstört.






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