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„Rheinhessen ein Gesicht geben“

Landtagspräsident übernimmt Patenschaft für Büste Georg Forsters

v.l.n.r. Ministerin Vera Reiß, Landtagspräsident Joachim Mertes, Uli Röhm, Barbara und Eberhard Linke Foto: Klaus Benz
v.l.n.r. Ministerin Vera Reiß, Landtagspräsident Joachim Mertes, Uli Röhm, Barbara und Eberhard Linke Foto: Klaus Benz
Erst vor kurzer Zeit waren aktuelle Weinmajestäten aus Rheinhessen im Landtag zu Gast, jetzt kamen Persönlichkeiten aus der Geschichte Rheinhessens in den Landtag. Im Rahmen der Reihe „Kunst im Landtag“, die für die Dauer der Deutschhaus-Sanierung ins Abgeordnetengebäude umzieht, wurden über die Jahreswende zum Auftakt des Jubiläumsjahres „Rheinhessen 200“ Portraitbüsten bekannter Persönlichkeiten gezeigt. Die Werke sind allesamt im Atelier der Eberhard und Barbara Linke Stiftung entstanden.

„Die Ausstellung zeigt nicht nur Werke rheinhessischer Künstlerinnen und Künstler, sie zeigt vielmehr die Köpfe bekannter rheinhessischer Menschen“, so Landtagspräsident Joachim Mertes während der Ausstellungseröffnung in Mainz.

Mertes fügte hinzu: „Die Ausstellung zeigt uns eindrucksvoll, dass Rheinhessen mehr als Wein, Rhein und Tourismus ist. Rheinhessen ist auch eine Kulturregion, eine Region, von der vielfältig Impulse ausgehen, Impulse von Menschen, für die die rheinhessischen Köpfe dieser Ausstellung stehen.“ Zu den Portraitierten gehören etwa Ludwig Bamberger oder Georg Forster, Heinrich von Gagern und Kathinka Zitz-Halein, Carl Zuckmayer und Anna Seghers.

Neben den von Eberhard Linke unter dem Motto „Rheinhessen ein Gesicht geben“ gestaltet Portraitbüsten, stehen die Werke von Uta Gebert, Susan Geel, Eberhard Linke, Friedrich Raudasch, Ursula Reindell, Rosi Röhm, Petra Schattenberg, Ramona Schütte, Carmen Stahlschmidt und Hui-Ling Yang, die auch diese Künstler mit unterschiedlichen Herangehens- und Arbeitsweisen aus Ton erschaffen haben.

Bevor die Büsten auf eine lange Reise gehen und anlässlich des Rheinhessen-Jubiläums an zahlreichen weiteren Orten in der Region gezeigt werden, feierte die Ausstellung im Abgeordnetengebäude nun die Premiere. Vera Reiß, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, übernahm hierbei die einführenden Worte. Nicolaus Hering am Klavier und Franz Stüber am Saxophon sorgten für die musikalische Gestaltung des Abends.

Für die Büste des Geographen, Weltumseglers, Revolutionärs und frühen Demokraten Georg Forster hat Landtagspräsident Joachim Mertes die Patenschaft übernommen. „Forster war als Vizepräsident während der kurzen Zeit der Mainzer Republik maßgeblich daran beteiligt, das erste auf demokratischen Prinzipien basierende Parlament auf deutschem Territorium zu etablieren. Wo sonst, wenn nicht im Landtag, sollte die Georg Forster-Büste besser ihren künftigen Platz finden?“, fragte er in die Runde. So soll die Büste später im sanierten Deutschhaus, dem Ort der Mainzer Republik, an die Wurzeln der Demokratie erinnern.

Gerade in der Zeit, in der wir heute leben, müsse unsere Demokratie geschützt werden. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Fanatiker mit Bomben, Waffen und sinnloser Gewalt das zerstören, was Generationen nach den verheerenden beiden Weltkriegen in Deutschland und in Europa mühevoll aufgebaut haben“, sagte der Landtagspräsident, „wir sind ein freies Land, in dem die Würde des einzelnen geachtet wird und alle Menschen gleich sind.“ Dies müsse auch so bleiben und so sagte er es mit den Worten Georg Forsters: „Nur freie Menschen haben ein Vaterland!“ - 02.12.2015

Flyer zur Ausstellung

 
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