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Jüdische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück

Ausstellung im Landtags-Foyer eröffnet

Von links: Monsignore Klaus Mayer, Dr. Sabine Arend, Landtagspräsident Joachim Mertes, Dieter Burgard. Foto: Klaus Benz
Von links: Monsignore Klaus Mayer, Dr. Sabine Arend, Landtagspräsident Joachim Mertes, Dieter Burgard. Foto: Klaus Benz
„Für mehr als sechs Millionen Menschen, die auf die Deportationslisten  der Nationalsozialisten gerieten, gab es keine Befreiung: Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche, Alte und Kranke, für sie gab es kein Entrinnen“, sagte Landtagspräsident Joachim Mertes im Rahmen der Ausstellungseröffnung `Jüdische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück´, „es übersteigt unsere Vorstellungskraft bis heute: sechs Millionen Mal haben die Nationalsozialisten so das Leben eines Menschen ausgelöscht.“ Mit der Eröffnung der Ausstellung „Jüdische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück“, die vom 14. Januar bis 6. Februar 2015 im Foyer des rheinland-pfälzischen Landtags gezeigt wurde, begannen die diesjährigen Veranstaltungen zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

Schwerpunkt der diesjährigen Ausstellung im Landtagsfoyer bildeten die damals verfolgten Frauen, im Besonderen die verfolgten jüdischen Frauen. Sie hatten es  in den Konzentrationslagern besonders schwer. In der Lagerhierarchie standen sie ganz unten und wurden besonders grausam behandelt.

Die Ausstellung ´Jüdische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück´ zeigte dies exemplarisch anhand von 32 einzelnen Lebensläufen. Zusammengestellt wurde diese Wanderausstellung von der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, deren Sammlungsleiterin Dr. Sabine Arend in die Ausstellung einführte.

Die Ausstellung gliederte sich in sechs Teile. Sie wurde 2008 in Ravensbrück erarbeitet und eröffnet. Danach ging sie auf Wanderschaft und sie war nun zum ersten Mal in Mainz ausgestellt.

Möglich geworden war diese Ausstellung durch die finanzielle Unterstützung des Bundesfamilienministeriums. Sie wurde von Dr. Simone Erpel und Verena Paetow erarbeitet und von Peter Tucholski aus Berlin gestaltet.

„Heute sind wir aufgerufen, sowohl im privaten Umfeld als auch öffentlich unsere Stimme zu erheben, wenn andere Menschen vorverurteilt werden, wenn Antisemitismus, Antiislamismus oder Antiziganismus propagiert werden“, so Dr. Sabine Arend. Die Ausstellung sei nicht nur ein Kapitel Geschichte, sondern Mahnung, nicht stumme und tatenlose Zuschauer zu sein, wenn heute Menschen Unrecht geschehe.

Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der in den frühen 1960er-Jahren den Auschwitz-Prozess vorbereitete, habe einmal gesagt, „wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder von uns kann etwas tun, damit sie nicht zur Hölle wird.“ Mit seinen Gedenkveranstaltungen ehrt der Landtag die Opfer und gedenkt ihrer, will aber auch zum Nachdenken anregen. „Terror und Rassismus in der Gegenwart sind Angriffe auf unsere Freiheit. Seien es Terroranschläge wie der auf Charlie Hebdo von der letzten Woche in Paris oder die Pegida-Bewegung – jeder von uns kann etwas tun, damit die Erde nicht wieder zur Hölle wird“, bekräftigte Landtagspräsident Joachim Mertes.

Das Duo Harpcornella mit Annette Roos und Valerie Cribbs gestaltete die Ausstellungseröffnung musikalisch mit und erinnerte an die traditionelle jüdische Volks- und Klezmermusik.

Die Ausstellung war vom 14. Januar bis zum 6. Februar im Foyer des Landtags zu sehen. - 06.02.2015

Flyer zur Ausstellung

 Erinnerung an Schicksal jüdischer Frauen
Beitrag aus der "SWR Landesschau aktuell Rheinland-Pfalz" vom 14.01.2015, 19.30 Uhr

 
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