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SCHAU MICH AN - Begegnungen in Israel

Ausstellung von Givat Haviva Deutschland im Foyer des Landtags

Landtagspräsident Joachim Mertes bei der Ausstellungseröffnung "SCHAU MICH AN". Bilder: Stefan F. Sämmer
Landtagspräsident Joachim Mertes bei der Ausstellungseröffnung "SCHAU MICH AN". Bilder: Stefan F. Sämmer
„Zur Verständigung und zum Friedensprozess gibt es keine Alternative. Trotz Terror und militärischer Gewalt bleibt es dabei: Nur durch Verständigung kann der Nahe Osten zu mehr Ruhe kommen. Eine der Initiativen, die sich seit Jahrzehnten für Frieden und Verständigung einsetzen, heißt: Givat Haviva“, so Landtagspräsident Joachim Mertes in seiner Eröffnungsrede.

Erste Verbindungen zum Versöhnungszentrum Givat Haviva, das sich für die Entwicklung von Gleichberechtigung und Verständigung zwischen Juden und Arabern in Israel einsetzt, wurden von Rheinland-Pfalz aus 1993 geknüpft. Seither hat der Landtag Rheinland-Pfalz diese Beziehungen mit gegenseitigen Besuchen und gemeinsamen Projekten kontinuierlich ausgebaut.

Mit der Ausstellungspräsentation zeigt der Landtag, wie wichtig und vor allem unterstützenswert die Arbeit von Givat Haviva ist. Mertes dankte Friedel Grützmacher, die Vorsitzende des Freundeskreises Givat Haviva Deutschland und ehemalige Vizepräsidentin des Landtags Rheinland-Pfalz sowie Torsten Reibold, den Repräsentanten Europa von Givat Haviva, dass sie diese Ausstellungsidee an den Landtag herangetragen haben.

Mertes betont, dass das Recht auf Menschenwürde als Grundlage der Demokratie nie mehr von uns aufs Spiel gesetzt werden darf. Das beinhalte nicht nur die Freiheitsrechte des Einzelnen, das beinhalte auch die Toleranz gegenüber ganzen Kulturen und Religionen. Nur so kann ein friedliches Miteinander entstehen, das für die Überwindung des Nahostkonflikts unverzichtbar ist. „Nur wenn junge Menschen lernen, dass Toleranz und Akzeptanz zwei wesentliche Elemente einer demokratischen Grundordnung sind, gibt es Hoffnung, dass eines Tages ein friedliches Miteinander in Israel möglich ist“, so Mertes.

Die Ausstellung „Schau mich an“ will das schwierige Verhältnis zwischen Juden und Arabern in Israel darstellen und zeigen, wie die Weiterbildungsinstitution Givat Haviva in Israel es schafft, Jahr für Jahr tausende von arabischen und jüdischen Israelis durch die Programme des Zentrums für Frieden und Versöhnung zusammenzubringen. Dies geschieht durch gemeinsame Aktivitäten und Diskussionen, die sich vor allem mit den unterschiedlichen Narrativen der beiden israelischen Bevölkerungsgruppen beschäftigen.

Die Seminare und Projekte, die aus diesem Ansatz entstehen, sind immer zur Hälfte aus arabischen und aus jüdischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammengesetzt. Eine paritätische Zusammensetzung der Gruppen und Gruppenleitung ist für die Authentizität des Prozesses sehr wichtig. Diese Konstellation ist darum so bemerkenswert, weil die Araber zwar 20 Prozent der israelischen Bevölkerung ausmachen, aber ansonsten völlig getrennt von der jüdischen Mehrheitsgesellschaft leben.

Viele der Kursteilnehmerinnen und - teilnehmer sprechen in Givat Haviva zum ersten Mal überhaupt mit einem Vertreter/einer Vertreterin der anderen Bevölkerungsgruppe. Givat Haviva selbst begann seine Arbeit bereits 1949 als nationales Bildungs- und Weiterbildungszentrum der Kibbutzbewegung. Sein nationaler und internationaler Ruf gründet jedoch vor allem in der Arbeit zur jüdischarabischen Aussöhnung und der Schaffung einer gerechten und aktiven demokratischen Bürgergesellschaft in Israel. Für seine Arbeit erhielt Givat Haviva im Jahre 2001 den UNESCO-Friedenspreis. Die Ausstellung „Schau mich an“ wurde vom Freundeskreis Givat Haviva Deutschland konzipiert und finanziert.

Die Ausstellung ist vom 15. April bis zum 8. Mai 2015 (nicht aber am 27. April 2015) täglich – außer an Wochenenden und dem Feiertag – von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr im Foyer des Landtags Rheinland-Pfalz, Platz der Mainzer Republik 1, 55116 Mainz, zu sehen. An den Plenartagen (29. April, ab mittags und 30. April, ganztags) ist die Ausstellung nur angemeldeten Besuchergruppen vorbehalten.

Den 50. Jahrestag nimmt der Landtag auch zum Anlass, die Eröffnungsveranstaltung der internationalen Konferenz „Annäherung, Wandel, Wahrnehmung und Zukunftsgestaltung – 50 Jahre deutsch-israelische, israelisch-deutsche diplomatische Beziehungen“ am 27. April 2015 im Plenarsaal durchzuführen. Dabei soll auch der Stand und die Perspektiven reflektiert werden. Mit der Unterstützung von Givat Haviva soll von Rheinland-Pfalz aus einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander im Nahen Osten geleistet werden. - 16.04.2015

 
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