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Ausschuss für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie: Gesundheit und Pflege 2020

Aktuelles - Aus den Ausschüssen – Donnerstag, 6. März 2014

„Rheinland-Pfalz verfügt über eine bedarfsgerechte, flächendeckende, ortsnahe und qualitativ gute medizinische und pflegerische Versorgung. Doch die Altersstruktur der Medizinerinnen und Mediziner, der Pflegenden sowie der steigende Bedarf an Fachpersonal stellt uns vor Herausforderungen. Wenn heute nicht gehandelt wird, ist die bislang gute Versorgung gefährdet.

Deshalb setzt die Landesregierung Impulse und gibt eine deutliche Antwort“, sagte Gesundheitsminister Alexander Schweitzer bei der Vorstellung des Zukunftsprogramms Gesundheit und Pflege – 2020. Durch innovative Ansätze, neue Maßnahmen und sektorenübergreifende Konzepte soll eine gute flächendeckende gesundheitliche und pflegerische Versorgung sichergestellt werden. Dies sei nur in Zusammenarbeit und mit Hilfe der Partnerinnen und Partner aus dem Gesundheitswesen und der Pflege möglich, erklärte Schweitzer.



Das Programm trage der demografischen Entwicklungen ebenso Rechnung wie den Lebensentwürfen einer älter werdenden Gesellschaft sowie der in Medizin und Pflege Beschäftigten. Immer weniger Studienabgänger im Bereich der Medizin wählen den Beruf des Allgemeinmediziners.

Gemeinsam mit den Partnern im Gesundheitswesen habe man daher drei Handlungsfelder definiert. Die Schwerpunkte lägen bei der Fachkräftesicherung in den Berufsgruppen der Medizinerinnen und Mediziner, der Pflegekräfte und der weiteren Gesundheitsfachberufe. Zudem werde die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen stationären und ambulanten Angeboten und Diensten ausgebaut. Neue Chancen zur Gesundheitsversorgung jenseits der Zentren des Landes würden sich durch die Nutzung telemedizinischer Anwendungen ergeben. Diese sollten die unmittelbare Patientenversorgung über weite Entfernungen bzw. dezentrale Versorgungsstrukturen unter Nutzung der fachlichen Ressourcen aus den Zentren des Landes realisieren.

Konkrete Projekte des Zukunftsprogramms seien beispielsweise die Kostenübernahme der Ausbildung zu Versorgungsassistenten und Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis – VERAHs. Diese sollten in Absprache mit dem behandelnden Hausarzt bzw. Hausärztin unter anderem Hausbesuche übernehmen und damit die Ärztinnen und Ärzte entlasten. Durch die Landesförderung könnten im Jahr 2014 180 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen rheinland-pfälzischer Hausarztpraxen zu VERAHs ausgebildet werden. Der „Democheck Altenpflege Rheinland-Pfalz“ unterstütze Einrichtungen der Altenhilfe bei einer demografiefesten und zukunftsorientierten Personalpolitik, um die Verweildauer im Beruf zu erhöhen. Bei der Krankenhausversorgung im Land setzt das Land auf Verbünde sowie die Weiterentwicklung zu sektorenübergreifenden Gesundheitszentren wie an der Glantal-Klinik in Meisenheim oder dem St. Josef Krankenhaus Hermeskeil. Schweitzer kündigte darüber hinaus ein Stipendienprogramm für Medizinstudierende an, die während des Praktischen Jahres eine Station in der Allgemeinmedizin vornehmen.

Die Abgeordnete Thelen (CDU) zeigte sich erleichter darüber, dass eine flächendeckende Fachkräftesicherung ins Zentrum des Projekts gestellt wurde. Auch Dr. Dr. Rahim Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte sich zufrieden mit dem Bericht, da durch die beabsichtigten Maßnahmen eine Entlastung des Allgemeinmediziners erfolgen könne und dieser hierdurch mehr Zeit für die Sprechstunde habe. Somit komme es zu einer Qualitätssicherung, so der Abgeordnete Dr. Dr. Schmidt.

Minister Schweitzer betonte noch einmal, dass es sich bei diesem Modell um ein Konzept handle, welches mit Partnern entstanden und somit sehr praxisrelevant sei. Es zielt beispielsweise auf ein besseres Zusammenwirken ambulanter und stationärer Versorgungsangebote ab.

Noch für das Jahr 2014 plant Minister Schweitzer, die Einführung eines Lehrstuhls für Allgemeinmedizin an der Universität Mainz. - 06.03.2014

 
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