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Ausschuss für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie: AOK Gesundheitsreport

Aktuelles – Aus den Ausschüssen – Donnerstag, 6. März 2014

Der am 21. Januar 2014 erschienene Krankenhausreport der AOK hat für kontroverse Diskussionen in der Öffentlichkeit gesorgt. Der Report zeigt auf, dass auf der Ebene des einzelnen Krankenhauses zahlreiche Ansätze gibt, um die Patientensicherheit zu erhöhen. Beispiele hierfür seien elektronische Verschreibungssysteme oder gute Hygienemaßnahmen. Register tragen bereits jetzt bei der Einführung neuer Medizinprodukte oder neuer Behandlungsverfahren zur Patientensicherheit bei.

Wichtig, aber häufig vernachlässigt werde vor allem der Einfluss einer entsprechenden Fehlerkultur im Krankenhaus auf die Patientensicherheit. Mitarbeiter müssten noch stärker für das Thema sensibilisiert und die bereits eingeführten Fehlerberichtssysteme besser genutzt werden, um aus eigenen Fehlern und den Fehlern anderer Krankenhäuser zu lernen.



Bei etwa fünf bis zehn Prozent aller Krankenhausbehandlungen findet laut AOK Report ein unerwünschtes Ereignis wie eine allergische Reaktion auf ein Medikament statt. Knapp die Hälfte dieser unerwünschten Ereignisse gilt laut Bericht als vermeidbar. Tatsächliche Fehler kämen mit einer Häufigkeit von rund einem Prozent aller Krankenhausfälle und tödliche Fehler mit einer Häufigkeit von rund einem Promille vor. Das sind derzeit pro Jahr rund 19.000 Todesfälle.

Etwa 40 Prozent davon waren nach Einschätzung von Experten vermeidbar. Die deutsche Krankenhausgesellschaft warnte vor einer Verunsicherung der Patienten durch den Report. Andere Stimmen stellten die Seriosität der Zahlen infrage. Nach Presseinformationen habe Sozialminister Schweitzer die Schlussfolgerung gezogen, dass man das notwendige Reformgesetz zur Qualitätsverbesserung in der gesundheitlichen Versorgung nicht auf die lange Bank schieben könne und die Patientensicherheit sehr ernst genommen werden müsse. Die CDU-Landtagsfraktion hat die Landesregierung hierzu um Berichterstattung im Ausschuss für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (Sozialpolitischer Ausschuss) gebeten.

Minister Schweitzer verdeutlichte zu Beginn seiner Ausführungen, dass es im Report keine gesonderten Fakten zu Rheinland-Pfalz gibt und die dort veröffentlichten Zahlen somit bundesweit gelten.

Positiv hob der Minister die intensive Auseinandersetzung der Krankenkassen mit den Qualitätsstandards der Krankenhäuser hervor. Erfreulich seien die bereits vorhandenen Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität, dazu gehören u. a. die Landeshygieneverordnung und das Risikomanagement der Krankenhäuser. Minister Schweitzer betonte auch die Wichtigkeit der Qualitätssicherung in Krankenhäusern, wie sie im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbart sei. Jedoch wünsche er sich bei der geplanten Gründung eines Qualitätsinstitutes eine stärkere Einbeziehung der Länder durch ein Mitspracherecht und zwei Ländervertreter, die die Länderinteressen im Institut wahrnehmen können.

Die Fraktionen der CDU, SPD und Bündnis 90 die Grünen haben geschlossen ihrer Überzeugung Ausdruck verliehen, dass der Krankenhausreport Ängste der Bevölkerung schürt. Die Zahl der festgestellten schwerwiegenden Behandlungsfehler müsse im Verhältnis zur Gesamtzahl der ca. 19 Mio. Behandlungsfällen in Krankenhäusern und den mehr als 540 Mio. im vertragsärztlichen Bereich gesehen werden. Durch die Relativierung der Zahlen könne nur noch von einem Fehleranteil im Promillebereich gesprochen werden. - 06.03.2014

 
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