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Internationale Tagung zur Wirtschaftsgeschichte „Lokale Produzenten oder Global Player? Zur Internationalisierung der Wirtschaft im 19. und 20. Jahrhundert“

Internationale Tagung zur Wirtschaftsgeschichte im Plenarsaal des Landtags. Foto: Klaus Benz
Internationale Tagung zur Wirtschaftsgeschichte im Plenarsaal des Landtags. Foto: Klaus Benz
„Rund 75.000 Besucher strömten im Herbst 1842 zur ersten Deutschen Industrieausstellung. Ludwig II. von Hessen hatte sein großherzogliches Palais – das heutige Deutschhaus – für die 220 Aussteller zur Verfügung gestellt. Schon damals präsentierten sich auf dieser Ausstellung regionale Produzenten und Global Player. „Villeroy und Boch“, „Schott Musikverlag“, „Faber Bleistifte“ oder „Merck Pharmazie“ sind uns auch noch heute vertraute Namen“ – so der stellvertretende Vorsitzende der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz Prof. Dr. Michael Kißener in seiner Begrüßung.

Bislang ist die Wirtschaftsgeschichte des Bundeslandes-Rheinland-Pfalz kaum erforscht. Nun stand das Thema der Internationalisierung von Industrieunternehmen aus den Branchen Leder, Keramik, Glas, Chemie und Sekt im Zentrum einer Tagung im Landtag Rheinland-Pfalz.

Im Namen der Veranstalter begrüßten neben Prof. Kißener der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Prof. Dr. Georg Krausch und der Vorsitzende des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. Prof. Dr. Michael Matheus die Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Anschließend gab der renommierte Wirtschafts- und Sozialhistoriker Prof. Dr. Werner Plumpe (Goethe-Universität Frankfurt) eine Einführung in die Internationalisierung der Wirtschaft im 19. und 20. Jahrhundert.

In weiteren Vorträgen wurden die Westerwälder Blumentopf-Fabrik Spang, das Glasunternehmen SCHOTT, die Sektkellerei Kupferberg und der Reinigungsmittelhersteller Werner & Mertz aus Mainz sowie die Wormser Lederwerke Heyl in den Blick genommen. Auf jede Präsentation folgte ein Vortrag über ein ausländisches Unternehmen der gleichen Branche wie etwa der Champagnerhersteller Moët & Chandon, um zu international vergleichenden Ergebnissen zu kommen.

Die lebhafte Diskussion im Anschluss an die einzelnen Sektionen und zum Ende der Veranstaltung zeigte, dass die rheinland-pfälzische Wirtschaftsgeschichte noch viele unbekannte Aspekte aufzuweisen hat und dringend der weiteren Erforschung bedarf. Der aus der Tagung hervorgehende Sammelband wird einen ersten wichtigen Beitrag dazu leisten. - 13.10.2014

 
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