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Im Objektiv des Feindes – Die deutschen Bildberichterstatter im besetzten Warschau 1939 – 1945

Ausstellungseröffnung am 11. April 2012 im rheinland-pfälzischen Landtag

Ausstellungseröffnung im Landtag Rheinland-Pfalz. Foto: Klaus Benz
Ausstellungseröffnung im Landtag Rheinland-Pfalz. Foto: Klaus Benz

„Lange schien es so, als ob diese Wunden niemals mehr heilen könnten, als ob Deutschland und Polen niemals mehr staatliche und schon gar nicht freundschaftliche Beziehungen pflegen könnten. Erst in den 1960er Jahren begann auf kirchlicher Ebene und 1970 durch den Warschauer Vertrag auf staatlicher Ebene eine Entspannungspolitik zwischen Deutschland und Polen, die sich durch die Wiedervereinigung und vor allem durch den Fall des Eisernen Vorhangs in freundschaftliche Beziehungen beider Länder verwandelte“, so Landtagspräsident Joachim Mertes anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Im Objektiv des Feindes – Die deutschen Bildberichterstatter im besetzten Warschau 1939 – 1945“ im Landtag Rheinland-Pfalz.

Als am 1. September 1939 Truppen der deutschen Wehrmacht in Polen einmarschierten, ahnten nur wenige, welche Schrecken und Kriegsverbrechen die Nationalsozialisten in den nächsten sechs Jahren über die Menschheit verbreiten würden. Die Ausstellung „Im Objektiv des Feindes – Die deutschen Bildberichterstatter im besetzten Warschau 1939 – 1945“ ist Ausdruck für eine gemeinsame aber selbstkritische Auseinandersetzung mit der Geschichte und dem gegenseitigen Ausräumen von Vorurteilen.Foto eines Soldats in den Jahren 1939 bis 1945

Die Ausstellung zeigte Fotografien aus dem besetzten Warschau aus der Zeit von 1939 bis 1945, die von deutschen Kriegsberichterstattern aufgenommen und in manipulierender Weise eingesetzt wurden, um die verheerende Kriegsmaschinerie der Nationalsozialisten im eignen Land zu rechtfertigen. Die Autoren der Ausstellung, Danuta Jackiewicz und Eugeniusz Cezary Król trafen ihre Auswahl aus Bildmotiven, die in den Jahren 1939 bis 1945 von den Propaganda-Kompanien der Wehrmacht und der Waffen-SS in Warschau aufgenommen wurden. Die Fotografien stammen aus dem Bundesarchiv, in dem 1,1 Millionen Originalnegative der Propagandakompanien der Wehrmacht bewahrt werden, und der Bildagentur bpk der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin, die über Presseabzüge dieser Fotos verfügt.

Zum Gedenken an den 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen und den Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde diese zweisprachige Wanderausstellung entwickelt und erstmals 2009 im Herder-Institut in Marburg gezeigt.  Seither folgten viele Stationen in Deutschland und den Nachbarländern.

Während des Zweiten Weltkrieges kamen rund 700.000 Einwohner der Stadt Warschau ums Leben. Fast die gesamte jüdische Bevölkerung, ca. 350.000 Menschen, wurde ermordet. Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen wurde die Stadt zu einem Ort der Schikane, der Repression und der Vernichtung. 1945 war Warschau eine nahezu menschenleere und zerstörte Stadt.

Durch die Perspektive der deutschen Kriegsberichterstatter wird eine propagandistische Sichtweise auf die besetzte Stadt und ihre Bewohner gezeigt: der Septemberfeldzug, die Zerstörungen, die Repressionen gegenüber der Bevölkerung Warschaus, der Alltag im besetzten Warschau und im Ghetto (bis zu dessen Liquidierung nach dem Ghetto-Aufstand April bis Mai 1943), der Warschauer Aufstand (August bis Oktober 1944) und die Vernichtung der Stadt zwischen Oktober 1944 und Januar 1945.

Zur Ausstellungseröffnung begrüßte Landtagspräsident Joachim Mertes zahlreiche Gäste und mit dem Projekt verbundene Persönlichkeiten im rheinland-pfälzischen Landtag.

Herr Professor Dr. Jan Kusber vom Historischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz sprach als Experte für osteuropäische Geschichte und bekundete seine Freude darüber, dass diese außergewöhnliche Ausstellung jetzt in der Landeshauptstadt zu sehen sei.

Im Anschluss führte Herr Prof. Dr. Eugeniusz Cezary Król inhaltlich in die Ausstellung ein. Herr Prof. Dr. Eugeniusz Cezary Król ist der Kurator der Ausstellung und am Institut für Politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau tätig.

Die Ausstellung ist ein polnisch-deutsches Kooperations- und Forschungsprojekt des Instituts für Politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Bildagentur bpk und Museum Europäischer Kulturen) zusammen mit dem Haus der Begegnungen mit der Geschichte in Warschau, dem Freundeskreis Willy-Brandt-Haus sowie dem Bundesarchiv in Koblenz und dem Herder Institut in Marburg. Von der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit wird das Projekt finanziell gefördert.

Die Ausstellung war vom 11. April bis 11. Mai 2012 im Foyer des Landtags Rheinland-Pfalz zu sehen.

Flyer zur Ausstellung



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