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Gestohlene Momente

Gesprächskonzert mit dem Jazzu-Musiker und Zeitzeugen Emil Mangelsdorff und dem Pianisten Thilo Wagner im Interimsplenarsaal im Landtag aus Anlass des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Emil Mangelsdorff ist 1925 in Frankfurt am Main geboren und unter den Bedingungen des Nazisystems herangewachsen. In einem Gesprächskonzert berichtet er aus der Perspektive des Jugendlichen Emil von seinen Erlebnissen und Erfahrungen, wie er - beeindruckt von der Ausdruckskraft des Jazz eines Duke Ellington, eines Louis Armstrong – seine Leidenschaft zum Jazz entdeckt. Er gehört zur „Swing-Jugend“ in Frankfurt, die eine Gegenkultur zum NS-System lebt. Doch er erfährt, dass kulturelle Neugier, Kreativität und Offenheit ausreichen, um die NS-Staatsgewalt auf den Plan zu rufen. Ihre Musik wird nicht nur verboten, sondern die Musiker – so auch Emil – von der Gestapo verhaftet

Der Staat, in dem er aufwächst, unterdrückt und verfolgt jegliche Art künstlerischer Artikulation, deren Basis Freiheit und Menschenwürde ist. Nach viereinhalb Jahren Kriegsgefangenschaft zurück in Frankfurt spielt Mangelsdorff sich als moderner Altsaxophonist in die Spitzenriege des deutschen Jazz hinein.

Eindrucksvoll und lebendig zeigt Emil Mangelsdorff, dass Zivilcourage und ein Bekenntnis zur kulturellen Vielfalt in jeder Gesellschaft möglich und notwendig sind, dass der aufrechte Gang aber auch Spaß macht.

Für seine musikalischen Verdienste und sein politisches Engagement erhielt er u.a. den Deutschen Schallplattenpreis, den Hessischen Jazzpreis, die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen, die Goethe-Plakette und die Johanna-Kirchner-Medaille.

Das Gesprächskonzert findet am Dienstag, 17. Januar 2017, um 20.00 Uhr im Interimsplenarsaal, der Steinhalle des Landesmuseums, Große Bleiche 49-51, 55116 Mainz, statt.

 
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