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Nachts im Landtag - Vorträge, Musik und Führungen

Viele Besucher nutzen „Mainzer Museumsnacht“ für einen Blick ins Parlament

Nicht wie üblich die Abgeordneten, sondern die Bevölkerung durfte bei der „Mainzer Museumsnacht“ am vergangenen Samstag auf den Sitzen der Parlamentarier im „Interims-Plenarsaal“ in der Steinhalle des Mainzer Landesmuseum Platz nehmen und „Plenarluft“ schnuppern. Und diese Gelegenheit wurde rege genutzt, so dass die Sitzreihen über den ganzen Abend hinweg gut gefüllt waren. Der eigentliche Sitz des Landtags im historischen „Deutschhaus“ am Rhein wird gegenwärtig umfangreich saniert.

Was hat der Landtag mit mir zu tun? Wieso ist der Landtag überhaupt wichtig für mich? Was passiert eigentlich im Plenarsaal? Auf diese und viele weitere Fragen zur Demokratie- und Landesgeschichte gab es an diesem Abend Antworten im und um den Plenarsaal. Die Besucher des Landtags erwartete ein breit gefächertes Programm. Im Innenhof des Landesmuseums fand eine Illumination statt, in deren Rahmen Sätze aus der Landesverfassung, die in diesem Jahr 70 Jahre alt wurde, an die Außenwand des Museums projiziert wurden. In filmischen Rückblenden und Zeitzeugenerinnerungen wurde Parlamentsgeschichte lebendig erzählt. Darüber hinaus präsentierten Experten in Kurzvorträgen verschiedene Themen der Landesgeschichte. Zwischen den einzelnen Programmpunkten wurden Führungen zur Demokratie- und Parlamentsgeschichte angeboten. Für die musikalische Unterhaltung sorgte das Trio M-Jam.

Kurzvorträge zur Landesgeschichte

Der Historiker Professor Michael Kißener ging in seinem Vortrag zum Thema „Mehr als nur Reben und Rüben! 70 Jahre Rheinland-Pfalz, 70 Jahre Wirtschaftsentwicklung“ auf den Wandel des Bundeslandes von einer der wirtschaftlich schwächsten Regionen hin zu einem exportstarken europäischen Kernland ein. Den gesellschaftlichen Wandel beleuchtete Professor Michael Simon in seinem Beitrag „Alltagskultur im Wandel – volkskundliche Befunde aus Rheinland-Pfalz“. Die Unterscheidung zwischen den rheinland-pfälzischen Dialekten unternahm Dr. Georg Drenda, wonach sich bei den Dialekten zwei große Gruppen unterscheiden lassen: das Moselfränkische im Nordteil des Landes und das Rheinfränkische im Süden. Einen fundierten Überblick über wichtige Stationen der rheinland-pfälzischen Weinbaugeschichte bot Dr. Verena von Wiczlinski in ihrem Referat über die Folgen der europäischen Weinmarktordnung bis hin zum Glykolskandal, der in Österreich seinen Ausgang nahm und zur Neuausrichtung des Weinbaus beitrug. Schließlich informierte Dr. Monika Storm, die Leiterin des Landtagsarchivs, über den Wissenschaftsstandort Rheinland-Pfalz. Während 1946 noch rund 2. 000 Studierende ein Studium in Mainz aufnahmen, studieren heute an 21 Hochschulstandorten über das ganze Land verteilt mehr als 121.000 Menschen, davon mehr als die Hälfte Frauen. An der Mainzer Universität lehrten mit Paul Crutzen und Werner Otto Theodor Forßmann nicht nur zwei Nobelpreisträger, sondern auch manch bekannte Persönlichkeit aus den Kulturleben oder der Sportwelt wie etwa Mario Adorf, Thomas Anders, Hanns Dieter Hüsch oder Marcel Reif sammelte dort Erfahrungen mit dem akademischen Leben.

 
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