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Verkehrsausschuss: Kerosinablass hinterlässt viele Fragen

Abgeordnete fordern bessere Daten, mehr Forschung und Meldekette

07.12.2017 - Eine ganze Reihe offener Fragen hat die Anhörung von Luftfahrt- und Umweltexperten zu Kerosinablässen von Flugzeugen über Rheinland-Pfalz Mitte November im Landtagsausschuss für Wirtschaft und Verkehr hinterlassen. Diese wurden in der jüngsten Ausschusssitzung an diesem Mittwoch diskutiert.

Weitgehende Einigkeit herrschte unter den Abgeordneten aller Fraktionen darin, dass erheblicher Verbesserungs- und Aufklärungsbedarf in der Thematik bestehe. Aus Sicht von Dr. Denis Alt (SPD) fehlten eine standardisierte Meldekette sowie belastbare und aktuelle Daten über die Auswirkungen des Kerosinablasses. Auch sei nicht bekannt, welche Stoffe genau durch die Luft schwebten und was am Boden ankäme. Hier sei weitere Forschung nötig.


Verpflichtende Melde-Plattform

Christian Baldauf von der CDU-Fraktion forderte als ersten Schritt, das Meldewesen und die Aufklärung bei Vorfällen transparenter zu machen und schlug eine Plattform vor, die Fluggesellschaften und das Militär verpflichteten, dort Vorfälle zu melden. Des Weiteren sei zu prüfen, ob die Flugrouten möglicherweise zu ändern seien, da Rheinland-Pfalz und einige Regionen wie die Pfalz überproportional betroffen seien.


Forschung vorantreiben

Auch Jens Ahnemüller von der AfD unterstützte die Forderung nach einer Meldepflicht und regte an, durch weitere Forschung die Möglichkeit zu prüfen, das Kerosin von gefährlichen Zusatzstoffen zu befreien. Steven Wink (FDP) sah in der Entwicklung alternativer Antriebstechniken einen Lösungsansatz. Andreas Hartenfels von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen empfahl, dass die anstehende und vom Bundesumweltministerium beauftragte Studie insbesondere auch Laboruntersuchungen einbeziehen und auch die Situation in Rheinland-Pfalz berücksichtigen sollte. Die Meldekette bei Vorfällen solle zudem auf EU-Ebene verankert werden.   

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) unterstrich die Forderung nach der Einführung einer Meldekette und einem verstärkten Informationsaustausch, was auch bereits in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe thematisiert worden sei.

 
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