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Wirtschafts- und Verkehrsausschuss: Barrierefreie Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz

Ausschuss debattiert außerdem über drohenden Fachkräftemangel

Stufen vor dem Eingang zum Bahnhof, Treppen zu den Bahngleisen und ein hoher Einstieg in den Zug: Was für viele Reisende kein Problem ist, kann für Menschen mit Behinderungen zur unüberwindbaren Hürde werden. Damit Rollstuhlfahrer genauso wie Menschen ohne Behinderungen den Zugverkehr nutzen können, werden immer mehr Bahnhöfe barrierefrei umgebaut. Wie gut Rheinland-Pfalz aktuell mit barrierefreien Bahnhöfen ausgestattet ist, war am Dienstag Thema im Wirtschafts- und Verkehrsausschuss.

72 Prozent der Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz bereits barrierefrei

Der Staatssekretär im Verkehrsministerium Andy Becht berichtete, dass in Rheinland-Pfalz bereits 72 Prozent aller Bahnhöfe barrierefrei seien: An 301 von 418 Bahnhöfen seien die Bahngleise vollständig stufenlos erreichbar. Zudem seien 192 Bahnhöfe mit einem speziellen Leitsystem für Sehbehinderte ausgestattet. Wann alle rheinland-pfälzischen Bahnhöfe vollständig barrierefrei seien, sei noch nicht abzusehen. Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten werde sich das Land zusammen mit der Deutschen Bahn, den Zweckverbänden und den Kommunen für den Ausbau der Barrierefreiheit einsetzen.

Die Abgeordneten Ellen Demuth (CDU) und Jutta Blatzheim-Rögler (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) kritisierten, dass vor allem der Süden von Rheinland-Pfalz von den Umbaumaßnahmen profitiere. Beim barrierefreien Umbau von Bahnhöfen im Norden und in der Eifel gebe es dringenden Nachholbedarf. Zugleich lobte Blatzheim-Rögler die Neuerung, dass nun auch kleine Bahnhöfe unter 1000 Ein- und Ausstiegen pro Tag barrierefrei umgebaut würden.


Weniger Auszubildende: Fachkräftemangel in Rheinland-Pfalz

Ein anderes Thema im Wirtschafts- und Verkehrsausschuss war die sinkende Zahl von Auszubildenden und den damit verbundenen Fachkräftemangel.

Staatssekretär Becht erklärte, dass die Landesregierung trotz sinkender Ausbildungszahlen keinen flächendeckenden Fachkräftemangel sehe. Engpässe beschränkten sich auf einzelne Berufsgruppen. In Rheinland-Pfalz seien das besonders der Gesundheitsbereich und die Altenpflege, der Metallbau, der IT-Bereich sowie die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Ziel der Landesregierung sei es, die duale Berufsausbildung quantitativ wie qualitativ zu stärken. Ein zentrales Handlungsfeld sei dabei die Studien- und Berufsorientierung junger Menschen.

Benedikt Oster (SPD) und Steven Wink (FDP) setzten sich für die gleichwertige Anerkennung von beruflicher und akademischer Bildung ein. Ein Meister müsse so viel wert sein wie ein Master.

Der CDU-Abgeordnete Thomas Weiner brachte eine Art Greencard für Flüchtlinge mit einem Ausbildungsplatz in die Debatte ein. So hätten diese auch nach der dreijährigen Ausbildungszeit eine berufliche Perspektive in Deutschland. Gleichzeitig könne man auch verstärkt in südeuropäischen Ländern für eine Ausbildung in Deutschland werben.

Dies wäre auch für den AfD-Abgeordneten Matthias Joa eine Möglichkeit, dem Fachkräftemangel in Deutschland zu begegnen. Ausbildungsplätze für Flüchtlinge zu fördern lehnte er dagegen ab. – 30.08.2017

 
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