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Bildungsausschuss: Neun Grundschulen sollen landesweit schließen

Bildungsministerin erläutert Leitlinien für wohnortnahes Grundschulkonzept

01.12.2017 - Neun Grundschulen mit insgesamt 209 Schülerinnen und Schülern sollen zum Ende dieses Schuljahres in Rheinland-Pfalz schließen. Dies ist das Ergebnis einer Überprüfung von insgesamt 49 kleinen Grundschulen durch das rheinland-pfälzische Bildungsministerium und der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Die Grundschule in Klotten (Kreis Cochem-Zell) war bereits zuvor geschlossen worden. Ministerin Stefanie Hubig verkündete und erläuterte die Entscheidung am gestrigen Donnerstag im Bildungsausschuss.

Im Einzelnen sind von der Schließung folgende Grundschulen betroffen:

  • Reifferscheid (Kreis Adenau)
  • Lieg (Kreis Cochem-Zell)
  • Frankenstein (Kreis Kaiserslautern)
  • Schöndorf (Kreis Trier-Saarburg)
  • Pünderich (Kreis Cochem-Zell)
  • Kirchen Michael - Sprengel Herkersdorf (Kreis Altenkrichen)
  • Bingen-Gaulsheim (Kreis Mainz-Bingen)
  • Oberkail (Eifelkreis Bitburg-Prüm)
  • Wintrich (Kreis Bernkastel-Wittlich)


Jeder Einzelfall geprüft

Bildungsministerin Stefanie Hubig betonte, dass das Ministerium jeden Einzelfall intensiv geprüft habe mit dem übergeordneten Ziel, flächendeckend und dauerhaft ein wohnortnahes Grundschulangebot aufrecht zu erhalten. Es seien in einem transparenten Verfahren verschiedene Faktoren analysiert worden wie beispielsweise die prognostizierte Entwicklung der Schülerzahlen in den nächsten fünf Jahren, die jeweilige spezifische Situation vor Ort, die Akzeptanz der Schule bei den Eltern, die Entfernung zur nächsten Grundschule sowie deren räumliche Kapazitäten.  Alle verbeamteten und angestellten Lehrkräfte würden an Schulen in der Nähe eingesetzt, so Hubig. Insgesamt gibt es in Rheinland-Pfalz derzeit 962 Grundschulen.

Die Koalitionsfraktionen von SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen befürworteten das individuelle Vorgehen und das transparente Verfahren des Ministeriums, wodurch weiterhin ein wohnortnahes Grundschulangebot gewährleistet werde. Die Oppositionsfraktionen aus CDU und AfD kritisierten insbesondere, dass dadurch der ländliche Raum weiter geschwächt werde. Die geplante Schließung von kleinen Grundschulen war in Rheinland-Pfalz von deutlicher Kritik durch die CDU sowie von lebhaften öffentlichen Debatten begleitet.


Hintergrund:

Das Schulgesetz des Landes Rheinland-Pfalz legt fest, dass es in einer Grundschule für jede der vier Klassenstufen mindestens eine Klasse geben muss. Es lässt aber Ausnahmen zu.

 
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