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Landwirtschaft auf neuen Wegen unterstützen

Vollversammlung der Landwirtschaftskammer debattiert über Zukunft

Vizepräsident Bracht auf der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz - Foto: Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz
Vizepräsident Bracht auf der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz - Foto: Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz
12.12.2017 - Aktuelle agrarpolitische Themen sowie die Zukunft der Landwirtschaft insgesamt waren Themen, welche auf der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz in Bad Kreuznach die Agenda bestimmten. Der Vizepräsident des Landtags, Hans-Josef Bracht, wies in seinem Grußwort darauf hin, dass die Zahl der landwirtschaftlichen Unternehmen in Rheinland-Pfalz aufgrund des Strukturwandels stark zurückgegangen sei. Waren es 1990 noch 51.000 Betriebe, so seien es heute weniger als 18.000. Bracht bezeichnete dies als „bedenklich“, zumal land- und forstwirtschaftliche Flächen 84 Prozent der gesamten Landesfläche ausmachten. Um den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft zu sichern, seien daher neue Wege gefragt.

Chancen und Risiken neuer Technologien

Die Digitalisierung sei dabei auch in der Landwirtschaft angekommen, stellte Bracht fest. So habe man im Plenum und in den Ausschüssen bereits über digitale Traktoren und neue Verfahren zur Bestimmung der Bodenbeschaffenheit gesprochen. Die Digitalisierung sei einerseits als Chance zu begreifen, weil neue Technologien eine wirtschaftlichere Produktion als bisher ermöglichten. Andererseits seien hiermit hohe Investitionen verbunden, die sich vor allem kleine Betriebe nicht leisten könnten. Dadurch steige die Gefahr eines weiteren Rückgangs der Unternehmen, erläuterte Bracht. Die Aufgabe der Landwirtschaftskammer und des Wirtschaftsministeriums sei es daher, Lösungen zu suchen, um auch kleinere Betriebe zu unterstützen.


Kein Konflikt zwischen „Bio“ und „Konventionell“

Der Landtagsvizepräsident betonte, das Hauptanliegen der Landwirtschaftskammer sei die Sicherung einer flächendeckenden, wettbewerbsfähigen und nachhaltig wirtschaftenden  Landwirtschaft. Dabei dürfe es jedoch keinen Konflikt zwischen „bio“ und „konventionell“ geben. Denn auch in der konventionellen Landwirtschaft seien die Maßstäbe zur Bodenbewirtschaftung, zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und zum Tierschutz heute wesentlich anders als noch vor einiger Zeit, verdeutlichte Bracht. „Wenn Konsumenten auf Produkte aus Rheinland-Pfalz zurückgreifen, können sie sicher sein, hochwertige Produkte in Hinblick auf Nahrungsmittelsicherheit und Produktionsbedingungen zu bekommen“.

Der Präsident der rheinland-pfälzischen Landwirtschaftskammer, Norbert Schindler, ging in seiner Rede kritisch auf aktuelle agrarpolitische Themen ein. So bestehe in Bezug auf die neue Düngeverordnung großer Beratungsbedarf bei den Betrieben. Schindler erklärte weiterhin, es sei eine Informationskampagne zum Pflanzenschutz notwendig, die gemeinsam von Ministerium, Landwirtschaftskammer, Bauern- und Winzerverbänden kommuniziert werden sollte.


Als Vortragsgäste waren der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsminister Volker Wissing, der Vorsitzende des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Felix Prinz zu Löwenstein und der Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter, Carl-Stephan Schäfer, geladen.

 
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