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Auf den Spuren des Westwalls

Studenten zeigen Kunstprojekte zum Westwall im Abgeordnetenhaus

Einen Eindruck über den 600 km langen Westwall können Besucher bei der Ausstellung "Auf den Spuren des Westwalls" gewinnen - Foto: Kristina Schäfer
Einen Eindruck über den 600 km langen Westwall können Besucher bei der Ausstellung "Auf den Spuren des Westwalls" gewinnen - Foto: Kristina Schäfer
26.10.2017 - 600 km lang schlängelt sich der „Westwall“ zwischen Basel und dem Niederrhein entlang – ein militärisches Bollwerk der Nationalsozialisten gegen die alliierten Truppen aus Panzersperren, Gräben und Bunkern. Ein Ort, der für das Leid und den Tod unzähliger Menschen im Zweiten Weltkrieg steht. Aber auch ein Ort, den sich die Natur nach und nach zurückerobert, an den Wildkatzen und Fledermäuse kommen und sich seltene Pflanzenarten ansiedeln. An diesem Ort werden 70 Jahre Frieden in Europa greifbar.

Studierende der Fachrichtungen Architektur, Intermedia Design und Kommunikationsdesign der Hochschule Trier haben sich im Sommer sieben Tage lang entlang des Westwalls bewegt. Aus der Auseinandersetzung mit der Geschichte dieses Bauwerks und seiner Bedeutung in der heutigen Zeit sind vor Ort künstlerische Projekte entstanden, in denen die Studierenden einen eigenen Standpunkt entwickeln und Spuren hinterlassen. Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Westwall ist Inhalt der Ausstellung „Auf den Spuren des Westwalls“, die am Mittwoch im Abgeordnetenhaus eröffnet wurde. Zu sehen sind eine Videoinstallation sowie Bilddokumentationen der Kunstprojekte vor Ort.  


Kunst macht Bedeutung des Westwalls begreifbar

„Es ist wichtig, dass sich auch junge Menschen mit dem Thema Westwall beschäftigen“, betonte die Vizepräsidentin des Landtags Barbara Schleicher-Rothmund bei der Eröffnung. „Sie müssen sich mit dem Leid der verheerenden Weltkriege auseinandersetzen, denn nur so kann ein stabiles und vor allem friedliches Europa gewahrt werden“. Kriege und nicht zu wenige gebe es auch heute, so Schleicher-Rothmund weiter. „Wir kennen die Bilder aus dem Fernsehen, dem Internet. Sie machen mit uns etwas anderes als die Begegnung mit dem Westwall – hier wird vieles greifbarer und begreifbarer. Im Blick zurück, aber auch im Blick darauf, was 70 Jahre Frieden mit dem Bollwerk machen“.

Marion Goerd, die als Professorin der Hochschule Trier die Exkursion begleitet hatte, führte in die Ausstellung ein und berichtete von den Projekten. So haben die Studierenden zum Beispiel Fäden zwischen Bäume am Westwall gespannt. Damit machten sie einerseits die ursprünglich unüberwindbare Grenze wieder sichtbar und zeigten zugleich den Wert eines freien Europas mit offenen Grenzen.


Geschichtsbewusstsein fördern und Flora und Fauna in den Ruinen schützen

Das Bewusstsein über die Geschichte des früheren Westwalls zu fördern ist seit 2014 auch Ziel der Stiftung „Grüner Wall im Westen – Mahnmal ehemaliger Westwall“, in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung und den Ministerien für Kultur und Umwelt. Ein weiteres wichtiges Ziel ist, die entstehende Flora und Fauna in den Ruinen zu schützen.

Die Landeszentrale für politische Bildung unterstützte das Projekt finanziell und ermöglichte gemeinsam mit dem Landtag die Ausstellung über den Westwall. Direktor Bernhard Kukatzki hob hervor, dass die Projekte der Studierenden neue Impulse für die Auseinandersetzung mit dem Thema Westwall geben könnten. Er forderte, dass besonders in den Schulen das Thema einen Raum finden müsse.

Die Ausstellung „Auf den Spuren des Westwalls“ ist bis zum 17. November im Abgeordnetenhaus, Kaiser-Friedrich-Straße 3, 55116 Mainz, zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 
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