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Ein Baum für die Demokratie

Die Freiheitsbäume beim Tag der Deutschen Einheit in Mainz

Freiheitsbäume beim Tag der Deutschen Einheit in Mainz. Foto: Landtag Rheinland-Pfalz / T. Silz
Freiheitsbäume beim Tag der Deutschen Einheit in Mainz. Foto: Landtag Rheinland-Pfalz / T. Silz
03.10.2017 - Sie begegnen den Menschen überall auf dem Fest zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz: Freiheitsbäume. Ob als schwarz-rot-goldene stilisierte Bäume auf der Ländermeile, als Samentütchen zum Mitnehmen oder als echte Laubbäume im Innenhof des Landesmuseums. Die Freiheitsbäume sind das Symbol für das Einheitsfest, sie stehen für die Freiheit und die Demokratie in Deutschland.


Symbol für den Wunsch nach Freiheit, Gleichheit und Volksherrschaft

Freiheitsbäume haben in Rheinland-Pfalz eine besondere Tradition. Während der Französischen Revolution brachten die Franzosen sie erstmals nach Rheinhessen und in die Pfalz. Ab Herbst 1792 standen in Mainz und in rund 100 linksrheinischen Gemeinden Freiheitsbäume als sichtbares Zeichen für den Wunsch der Menschen nach Freiheit, Gleichheit und Volksherrschaft. Sie waren die Vorboten der Mainzer Republik – dem ersten Demokratieversuch auf deutschem Boden, den Aufbruch in eine neue Zeit, geprägt von den Ideen der französischen Revolution.

Von den Freiheitsbäumen mit der Trikolore führte ein Weg zum Hambacher Fest 1832. Auch dort spielten die Freiheitsbäume eine Rolle. Wie die Farben Schwarz-Rot-Gold standen sie für die Forderung nach einer freien und demokratischen Gesellschaft und einem vereinten deutschen Nationalstaat. Sie symbolisierten den revolutionären Gegenentwurf zu den autokratisch regierten deutschen Fürstentümern und Königreichen. 

Es verging noch mehr als ein Jahrhundert, bis mit der Gründung der Bundesrepublik 1949 und der Wiedervereinigung 1990 die Ideale von Einheit, Freiheit und Gleichheit dauerhaft in Deutschland verwirklicht wurden. Die Freiheitsbäume haben ihre Symbolkraft bis heute nicht verloren: So steht seit 1990 eine Linde vor dem Bundestag in Berlin als Erinnerung an die friedliche Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands. Und auf dem Fest zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz erinnern sie daran, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind, sondern Werte, für die sich eine Gesellschaft immer wieder einsetzen muss.


Freiheitsbäume für die 16 Bundesländer

Die 16 echten Freiheitsbäume – einer für jedes Bundesland – werden nach dem Einheitsfest an die Stadt Mainz übergeben, die damit eine Zukunftsallee anlegen wird. Bei der Besichtigung der Freiheitsbäume mit seinen Amtskolleginnen und Kollegen hob Landtagspräsident Hendrik Hering hervor, dass die Freiheitsbäume an eine Zeit erinnerten, „in der der die meisten Menschen noch Untertanen waren und keine Bürgerinnen und Bürger. In der Geburt und Stand über das Schicksal bestimmten. In der ein falsches Wort am falschen Ort den Kerker bedeuten konnte. Damals wurden die Freiheitsbäume zum Symbol einer neuen Zeit, die das Feudalsystem überwinden und in eine Epoche der Freiheit und Gleichheit aufbrechen wollte.“

 Gruppenfoto Freiheitsbäume zum Download

 
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