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Digitalisierung unternehmerisch und politisch gestalten

Landtagspräsident betont Chancen des Handwerks

Landtagspräsident Hendrik Hering beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück in Bad Kreuznach. Foto: Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück
Landtagspräsident Hendrik Hering beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück in Bad Kreuznach. Foto: Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück
22.01.2018- Beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück in Bad Kreuznach hat Landtagspräsident Hendrik Hering über die Herausforderungen und Chancen des Handwerks in Zeiten der Digitalisierung gesprochen. Er betonte die Bedeutung der Kammern als traditionsreiche und erfolgreiche Organe der berufsständischen Selbstorganisation. So repräsentierten sie in Rheinland-Pfalz rund 355.000 Unternehmen und 20.000 freiberuflich Tätige. Gleichzeitig seien die Kammern mit ihrer demokratisch organisierten und transparenten Arbeit ein wichtiger Ansprechpartner für die Politik.

Digitalisierung als Chance begreifen

Eine besondere wirtschaftliche Herausforderung für das Handwerk stelle die Digitalisierung dar. „Ich bin der Überzeugung, wir müssen diesen Wandel als verantwortungsbewusste Unternehmer, Verbandsvertreter und Politiker so gestalten, dass Kreativität freigesetzt wird, aber keine Menschen unter die Räder geraten“. Es gebe viele Handwerksberufe, die ein hohes Maß an Kreativität und sozialer Intelligenz erfordern und vergleichsweise wenig gefährdet seien, durch Roboter und Computer ersetzt zu werden. Das betreffe im Dienstleistungsgewerbe beispielsweise das Friseurhandwerk. Aber auch im produzierenden Gewerbe gebe es Grund zum Optimismus. „Wenn sich das Handwerk hier auf seine besondere Stärke der individuellen Fertigung besinnt, kann es die Digitalisierung als Chance begreifen“. Denn digitalisierte Produktionsverfahren ermöglichten individualisiertes Arbeiten mit geringerem Arbeits- und Zeitaufwand und damit die Fertigung zu wettbewerbsfähigen Preisen, sagte Hendrik Hering.

System sozialer Sicherheit

Trotzdem müsse man realistisch betrachten, dass die Digitalisierung zum Verschwinden mancher Tätigkeiten führen wird. Daher brauche es ein System der sozialen Sicherheit, das noch mehr als bisher der Förderung neuer beruflicher Qualifikationen diene. Einen wichtigen Beitrag leiste dabei das Kompetenzzentrum „Digitales Handwerk“ der Handwerkskammer Koblenz, das zur Förderinitiative „Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ gehört und vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Das Kompetenzzentrum stelle den Betrieben praxisnahe Qualifikations- und Unterstützungsangebote zur Verfügung und bestätige so die wichtige Rolle der Kammern bei der Fortbildung ihrer Mitglieder. Aktuell sei zu beobachten, dass vor allem im Dienstleistungssektor neue Stellen entstehen. „Dienstleistungen sind wertvoll und müssen entsprechend gut bezahlt werden“, betonte der Landtagspräsident.

Duale Ausbildung als Qualitätsmerkmal

Besonders wichtig sei auch weiterhin die Qualität der Dienstleistungen und Produkte. Hering lobte in diesem Zuge das duale Ausbildungssystem im Handwerk, das eine enge Verbindung von Theorie und Praxis gewährleiste und zu Recht zum internationalen Vorbild geworden sei. Im Übrigen zeige die Imagewerbung der Handwerksberufe erste Erfolge, informierte Kreishandwerksmeister Peter Mumbauer. „Der Rückgang bei den Ausbildungszahlen ist gestoppt“, freute sich Mumbauer. 2017 konnten sogar mehr als drei Prozent mehr Azubis als im Vorjahr eingestellt werden.

Der Landtagspräsident bedankte sich bei den engagierten Ausbildern sowie bei denen, die sich ehrenamtlich in den Kammern für Auszubildende engagieren und die im Verlauf des Abends die Goldene Ehrennadel bekamen. Ebenso wurden die besten Leistungen der jungen Handwerker im Rahmen des praktischen Leistungswettbewerbs ausgezeichnet.

 
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