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Grundschüler erleben Politik hautnah

Landtag startet neues Besuchsprogramm für Grundschulen

Landtag startet neues Besuchsprogramm für Grundschulen. Foto: Torsten Silz
Landtag startet neues Besuchsprogramm für Grundschulen. Foto: Torsten Silz
19.12.2017 - Warum die Spielregeln der Demokratie nicht so früh wie möglich kennen, schätzen und anwenden lernen? Und warum nicht Demokratie dort erfahren und erleben, wo ihre Werkstatt ist? Diese Fragen stellte sich der Landtag Rheinland-Pfalz und hat als Antwort hierauf ein neues Besuchsprogramm für Grundschulen zur Förderung der Demokratieerziehung und der politischen Bildung entwickelt, für das sich Grundschulen in Rheinland-Pfalz ab sofort und bis Ende Januar 2018 beim Landtag bewerben können. Start des Programms wird dann Ende Februar sein.

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Wie funktioniert Demokratie?

Inhalte und Ziele des Programms präsentierte Landtagspräsident Hendrik Hering jetzt gemeinsam mit den beiden Professoren Simone Abendschön von der Justus-Liebig-Universität Gießen und ihrem Kollegen von der Freien Universität Berlin, Thorsten Faas. Die Politikwissenschaftler werden das Grundschulprogramm wissenschaftlich begleiten und auswerten. „Bereits die Jüngsten haben eine Grundvorstellung von Demokratie, haben ein Gespür für demokratische Regeln und Prozesse und dies wollen wir fördern“, sagte Hendrik Hering. Der Landtag wolle altersgerecht vermitteln, wie Demokratie funktioniere, wie diskutiert werde und wie man schließlich zu Mehrheitsentscheidungen komme.

An der Pilotphase des Projekts können jeweils acht bis zehn Klassen der 3. und 4. Klasse teilnehmen. Der Landtag übernimmt 75 Prozent der Fahrtkosten und unterstützt die Vorbereitung des Besuchs. „Demokratie an dem Ort hautnah zu erleben, wo sie gemacht und verteidigt wird, ist sicherlich für junge Menschen beeindruckend und spannend“, betonte der Landtagspräsident. Und dies insbesondere während einer prägenden Phase in frühester Kindheit.  


Wissenschaftliche Begleitung des Programms

Aus Sicht des Politologen Thorsten Faas seien insbesondere die Fragen spannend, ab wann junge Menschen beginnen, sich für Politik zu interessieren und ab wann sie sich einbringen können und wollen. Je früher man mit politischer Bildung einsteige, desto besser sei es und man könne dadurch vieles hinsichtlich sozialer Ungleichheiten und unterschiedlicher politischer Beteiligung auffangen, ergänzte Simone Abendschön von der Universität Gießen.

Ganz begeistert vom Besuch im Landtag waren die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4c der Pestalozzi-Grundschule Ingelheim. Die Klasse gehörte zu einer der vier „Testklassen“ und war Ende November zu Gast in Mainz. „Die Kinder fühlten sich ernst genommen und spürten, dass ihre Stimme Gewicht hat“, berichtete die Klassenlehrerin Silke Storch. Wie bei den Großen wurden im Rahmen eines Rollenspiels die Schüler in verschiedene Ämter gewählt und diskutierten über ein selbst gewähltes Thema wie im vorliegenden Fall die Frage, ob die Schule künftig erst um 9 Uhr beginnen soll. Voller Stolz berichteten die „Landtagspräsidentin“ Paula Huppert, „Ministerpräsidentin“ Charlotte Güttler, „Schriftführer“ Phil Gerbrecht und der „Fraktionsvorsitzende“ Dev Singh von ihren Diskussionen und Erlebnissen.

 
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