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Feuerwehren auch für Integration nutzen

Parlamentarischer Abend des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz

Parlamentarischer Abend des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz - Foto: Landesfeuerwehrverband
Parlamentarischer Abend des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz - Foto: Landesfeuerwehrverband
28.09.2017 - Der demografische Wandel macht auch vor den Feuerwehren im Land nicht Halt und stellt im Besonderen die Wehren im ländlichen Raum vor Herausforderungen. Die Konsequenzen und mögliche Lösungsansätze waren ein zentrales Thema beim gestrigen Parlamentarischen Abend des Landesfeuerwehrverbandes im Mainzer Landesmuseum.
Der Vizepräsident des rheinland-pfälzischen Landtags, Hans-Josef Bracht, dankte in seinem Grußwort allen hauptberuflich und ehrenamtlichen Feuerwehrleuten im Land für ihren herausragenden und vorbildlichen Einsatz für ihre Mitmenschen, der Gefahren für das eigene Leib und Leben mit sich bringe. Die Freiwilligen Feuerwehren im ländlichen Raum stünden zunehmend vor der Herausforderung, Nachwuchs in ausreichender Zahl zu rekrutieren. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung steige, junge Menschen ziehe es vermehrt in die Städte und wer auf dem Land wohnen bleibe, pendle oftmals zu seinem weit entfernten Arbeitsort.

„Die Tagesalarmbereitschaft vieler Wehren ist dadurch gefährdet“, sagte Bracht. Durch die Digitalisierung und die damit einhergehende Chance, auch von zu Hause aus zu arbeiten, könnte Wohnen und Arbeiten künftig stärker zusammengeführt werden mit positiven Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Wehren. Eine weitere Möglichkeit sei, Mitbürger mit ausländischen Wurzeln für ein Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr zu motivieren, was nicht nur die Einsatzbereitschaft der Blauröcke erhöhen würde, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Integration darstelle.

Von besonderer Bedeutung sei auch die Arbeit der Jugendfeuerwehren. „Bis zu 90 Prozent der Nachwuchsgewinnung unserer Feuerwehren geschieht durch die Jugendwehr“, informierte Bracht. 


Mehr Gehör für Feuerwehren

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Frank Hachemer, betonte, dass der weit größte Teil der Feuerwehrleute ihren Dienst ehrenamtlich und unentgeltlich verrichteten. „Es geht nicht um Ruhm, Ehre oder Geld, sondern einfach um das Gehör, das trotz der Flut so vieler Ereignisse in der Welt und der Politik sowie der Gesellschaft, den Feuerwehren geschenkt werden muss“, sagte Hachemer. Sein Ziel sei, dass nicht über die Köpfe der Aktiven hinweg entschieden wird. Es müsse mehr Verständnis und Unterstützung für die Arbeit der Feuerwehren aufgebracht werden. Zugleich prangerte er die zunehmende Gewalt gegen Feuerwehrleute bei Einsätzen an wie beispielsweise durch Nötigung, Bedrohung oder auch tätliche Angriffe. Im Zusammenhang mit der landesweiten Ausbildung von Feuerwehrleuten forderte er, dass die Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule zu einer universalen Ausbildungseinrichtung weiter entwickelt werde.  

Auch Innenminister Roger Lewentz unterstrich in seinem Grußwort die herausragende Bedeutung der Wehren.

 
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