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Ausstellung: Verbrannte Bücher – von den Nazis verfemte Schriftsteller

Autoren und ihre Werke vor dem Vergessen bewahren

Ausstellung "Verbrannte Bücher - von den Nazis verfemte Schriftsteller". Foto: Andreas Linsenmann
Ausstellung "Verbrannte Bücher - von den Nazis verfemte Schriftsteller". Foto: Andreas Linsenmann
Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus haben Landtagspräsident Hendrik Hering, die Vorsitzende des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V. Lea Rosh und Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Wanderausstellung „Verbrannte Bücher – von den Nazis verfemte Schriftsteller“ im Mainzer Abgeordnetenhaus eröffnet.

Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Bücherverbrennung im Jahr 1933 und das Schicksal einiger damit verbundener Schriftsteller. Am 10. Mai 1933 verbrannten die Nationalsozialisten in mehreren deutschen Städten Bücher und Schriften, die als „undeutsches Schrifttum“ bezeichnet wurden. Bei der Säuberung öffentlicher Bibliotheken wurden unter anderem die Bücher von Karl Marx, Heinrich Heine, Sigmund Freud, Thomas und Heinrich Mann, Erich Maria Remarque, Bertolt Brecht, Erich Kästner und Kurt Tucholsky beschlagnahmt. Auch die Mainzer Schriftstellerin Anna Seghers stand auf der sogenannten „Schwarzen Liste“.

„Die Sprache bestimmt das Denken und das Denken bestimmt das Handeln. Wenn die Bücher von Anna Seghers, Carl Zuckmayer und Joseph Breitbach in Flammen aufgingen, dann sollten die freiheitlichen Gedanken dieser Autorinnen und Autoren schlichtweg nicht mehr existieren“, hob Landtagspräsident Hendrik Hering hervor.

Lea Rosh, die mit dem Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V. die Wanderausstellung konzipiert hat, erklärte, es sei ihr ein großes Anliegen, die verfolgten Autoren und ihre Werke der Vergangenheit zu entreißen und sie besonders den jungen Menschen wiederzugeben.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte, die Bücherverbrennung zeige, wie schnell eine Gesellschaft kippen könne, wenn Menschenverachtung und Intoleranz salonfähig würden. Es sei wichtig, den Opfern ihre Namen und ihre Würde zurückzugeben.

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Februar 2017, montags bis freitags von 8.00 bis 17.00 Uhr im Foyer des Abgeordnetenhauses zu sehen. - 27.01.2017

 
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