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Ein Tag rund um die Landwirtschaft

Breit diskutiertes Thema im Landtag und am Parlamentarischen Abend

Landtagspräsident Hendrik Hering begrüßte die Gäste. Foto: Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz
Landtagspräsident Hendrik Hering begrüßte die Gäste. Foto: Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz
Der Fipronil-Skandal, die Digitalisierung in der Landwirtschaft, der Agrarbericht 2017 im Landtag sowie der Parlamentarische Abend der Landwirtschaft zum Abschluss waren Themen und Veranstaltungen, mit denen sich die rheinland-pfälzische Landespolitik am zweiten Plenartag im August-Turnus intensiv beschäftigte. 

Regionale Landwirtschaft verteidigt 

So bezeichnete Landtagspräsident Hendrik Hering Landwirtschaft und Weinbau in seinem Grußwort zum Parlamentarischen Abend als ein „zentrales Thema“ für die gesamte Landespolitik. „Nahrungsmittelskandale sollten dabei nicht zu einem Generalverdacht gegen Landwirte führen“, betonte Hendrik Hering. Diese müssten aber zu Konsequenzen in der Landwirtschaftspolitik führen. Einhellig verteidigten im Plenum auch die rheinland-pfälzischen Abgeordneten die heimischen Landwirte im aktuellen Fipronil-Skandal. Sie treffe keinerlei Schuld. Aus Sicht des Landtagspräsidenten seien insbesondere auch die Verbraucher gefordert, ihre Lehren aus Lebensmittelskandalen zu ziehen. Häufig sei eben doch der Preis das entscheidende Argument für die Konsumenten. Dadurch sei nicht zuletzt auch ein sicheres Auskommen für Landwirte zunehmend schwierig. „Es ist wichtig, dass die rheinland-pfälzische Landwirtschaft auf einen Qualitätswettbewerb setzt“, forderte Hendrik Hering. Der Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ökonomierat Norbert Schindler, MdB, ging bei „seinem“ Parlamentarischen Abend unter anderem auf den Strukturwandel in der Landwirtschaft ein. Mit rund 17.500 landwirtschaftlichen Betrieben im Land liege die Zahl um 600 niedriger als im Vorjahr. Im Vergleich zum Jahr 2010 sei die Anzahl der Betriebe sogar um 15 Prozent gefallen.


„Vorzeigestandort“ Rheinland-Pfalz

Nachdem sich der Landtag auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in seiner Aktuellen Debatte mit den Lehren aus dem Fipronil-Skandal beschäftigt hatte (siehe gesonderter Bericht), setzte sich das Plenum auf Antrag der Regierungskoalition mit den Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen durch die Digitalisierung in der Landwirtschaft auseinander. Landwirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) will Rheinland-Pfalz zu einem „Vorzeigestandort“ in diesem Bereich machen. So sollen digitale Techniken für die Bewirtschaftung von Feldern, Weinbergen und in den Ställen vorangetrieben werden. Derzeit arbeite sein Ministerium beispielsweise an einer einfachen Bereitstellung von Geodaten, die dem Traktor oder der Erntemaschine zur Verfügung gestellt werden. Ein wichtiges Thema sei dabei die Datensicherheit.


Positive Entwicklung bei Öko-Landwirtschaft

Auch der Agrarbericht 2017, der im Plenum präsentiert und diskutiert wurde, ging unter anderem auf die anhaltend schwierige Einkommenslage in der Landwirtschaft ein. Erfreulich sei, dass sich ökologisch wirtschaftende Betriebe zunehmend positiv entwickelten. Der Anteil der ökologisch wirtschaftenden Betriebe und der ökologisch bewirtschafteten Fläche konnte erneut gesteigert werden. Weitere Maßnahmen und Anstrengungen seien jedoch notwendig, um das Ziel, künftig 20 Prozent der Fläche ökologisch zu bewirtschaften, auch zu erreichen. - 25.08.2017

 
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