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Das Wort achten

500 Jahre Reformation: Landtagspräsident betont Aktualität der Botschaften Luthers

Hendrik Hering, Präsident des Landtags
Hendrik Hering, Präsident des Landtags
31.10.2017 - Nicht nur Kirche und Gesellschaft, sondern auch die Kultur und die Politik in ganz Europa hat Martin Luther verändert. Und sein Wirken ist noch heute, 500 Jahre nach der Reformation, aktueller denn je. Landtagspräsident Hendrik Hering legte deshalb beim zentralen Festgottesdienst für Rheinland-Pfalz mit staatlichem Festakt in der Speyrer Dreifaltigkeitskirche den Schwerpunkt seiner Rede auf den bleibenden Beitrag Martin Luthers.

„Nicht durch Gewalt will ich überzeugen, sondern durch das gewinnende, überzeugende Wort“. Dieser reformatorische Grundsatz sei ihm als Parlamentspräsident besonders nahe. Das Vertrauen in das Wort habe die Reformation damals in die Welt getragen. Heute sei das „gewinnende überzeugende Wort“ das Fundament der parlamentarischen Demokratie. Im Parlament führten die Abgeordneten die politische Debatte nach festen Spielregeln und auf Augenhöhe. Zugleich gebe es auch eine Verpflichtung aller, mit dem Wort achtsam umzugehen, sei es im öffentlichen oder im privaten Raum, sei es im Parlament oder in den sozialen Medien. „Die Sprache der Abgeordneten sollte ein gutes Vorbild sein“, sagte Hendrik Hering.

Bildung als Teil des Erfolgs

Ein Teil des Erfolges Luthers habe ausgemacht, dass das Wort in der Reformation zuerst in die Sprache der Menschen übersetzt worden sei. Ein anderer Teil des Erfolgs sei die Bildung gewesen. „Es fand damals, an der Schwelle zur Neuzeit, eine wahre Bildungsoffensive statt“, erklärte Hering. Jungen und auch Mädchen durften jetzt lesen und schreiben lernen. Heute sei es im Zuge der Digitalisierung und der Veränderungen durch die neuen Medien wichtig, jungen Menschen die entsprechenden Kompetenzen an die Hand zu geben. Gleichzeitig sei es die Aufgabe, ein stabiles Wertefundament und Wissen zu vermitteln, damit sie wachsam gegenüber denjenigen sind, die Demokratie und Rechtsstaat nur für Zeitverschwendung hielten.

Mut zu Veränderungen

Martin Luther habe bewiesen, so Hendrik Hering, dass einer allein manchmal doch etwas bewegen könne. „Dabei hatte er eine klare Botschaft: Mischt Euch ein! Nehmt Eure Verantwortung vor Gott und der Welt ernst!“. Luther habe den Mut gelehrt, das Notwendige im richtigen Moment zu tun, unabhängig von den Folgen. Und auch heute gebe es viele in unserem Land, die beispielsweise durch ihr ehrenamtliches Engagement viel bewirkten, seien es die Jugendleiter in den Vereinen, die Freiwilligen in der Feuerwehr, die vielen Flüchtlingshelfer und so viele mehr.

So wie ein zentrales Erbe der Reformation der Mut eines Einzelnen zu Veränderungen war, so gelte heute für Staat und Politik sich nicht zufrieden zu geben mit dem, was ist.   

 
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