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„Als Demokrat wird man nicht geboren“

Landtag präsentiert sich auf Demokratietag

12. Demokratie-Tag 2017 - Foto: Staatskanzlei RLP / Schäfer
12. Demokratie-Tag 2017 - Foto: Staatskanzlei RLP / Schäfer
07.11.2017 - Beim gestrigen zwölften Demokratietag Rheinland-Pfalz sind unter dem Motto Mein, Dein, Unser Europa?! rund 650 Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf dem Gelände des ZDF in Mainz zusammengekommen. Der jährlich stattfindende Demokratietag ist das zentrale Forum, um Strategien für Engagement- und Demokratieförderung bei jungen Menschen weiter zu entwickeln. Der Landtag als Mitveranstalter des Demokratietages und zentraler Ort der parlamentarischen Demokratie wurde von Landtagspräsident Hendrik Hering repräsentiert.

Demokratie gewinnt! – Bündnis zur Vermittlung demokratischer Werte an Kinder und Jugendliche

Ihm oblag es auch im Namen des Landtags das neue Bündnis Demokratie gewinnt, das auf Initiative von Ministerpräsidentin Malu Dreyer ins Leben gerufen wurde, zu unterzeichnen. Insgesamt 30 Partner, darunter mehrere Ministerien, die Bertelsmann-Stiftung und das ZDF, setzten ihre Unterschrift unter das Bündnis. Als Arbeitsnetzwerk setzt sich das Bündnis zum Ziel, Kindern und Jugendlichen demokratische Ansichten und Kompetenzen zu vermitteln. „Als Demokrat wird man nicht geboren. Gemeinsam mit den Bündnispartnern wollen wir als Landtag mit vielfältigen Projekten und Bildungsangeboten den Grundstein dafür legen, dass Kinder sich so früh wie möglich zu überzeugten Demokraten entwickeln können“, sagte Landtagspräsident Hendrik Hering.


Demokratiemesse – Einsatz für Demokratie, Partizipation und Akzeptanz

Bei einem anschließenden gemeinsamen Rundgang durch die Demokratiemesse informierte sich Hendrik Hering gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer über die verschiedenen Initiativen und Projekte. Rund 60 Organisationen und Institutionen, darunter auch der Landtag Rheinland-Pfalz, präsentierten ihr Wirken. Im persönlichen Gespräch mit dem Landtagspräsidenten erzählten die Aussteller, wie sie sich für ein demokratisches Europa engagieren und wie sie Toleranz, Miteinander und Mut zur eigenen Stimme an ihre jungen Mitglieder vermitteln. „Demokratie muss im Kleinen gelebt werden, damit sie im Großen funktionieren kann. Deswegen bin ich dankbar, dass sich so viele Menschen mit spannenden Projekten in der Kinder- und Jugendbeteiligung engagieren“, lobte Hendrik Hering.


Mitwirkung beim Forum zum Thema Online-Meinungsbildung

Der Demokratietag wurde durch ein Forum abgerundet, in dem Experten aus Politik, Wissenschaft und Medien mit Besuchern der Veranstaltung zur Diskussion zusammenkamen. Der Präsident wirkte gemeinsam mit zwei Professoren und einer Professorin der Universität Koblenz-Landau beim Forum zum Thema Online-Meinungsbildung zwischen Social Bots und Echo Chambers mit. Im Gespräch mit dem Erziehungswissenschaftler Dr. Ulrich Wechselberger thematisierte Hendrik Hering die Gefahren der Meinungsbeeinflussung durch Medien: „Die Manipulation und Beeinflussung politischer Debatten führt langfristig zu einem Verlust des Vertrauens in Demokratie und öffnet Tür und Tor für populistische und anti-demokratische Strömungen.“ Im anschließenden Workshop und Austausch mit dem Publikum ging es insbesondere auch um die die Möglichkeiten der Politik, auf die Verfälschung von Nachrichten durch Menschen, aber auch durch Computer und Algorithmen zu reagieren. Ein zentrales Ergebnis der Diskussion war, den frühen Erwerb von Medienkompetenz an Schulen zu fördern, um Kinder und Jugendliche zu reflektierten Mediennutzern zu erziehen.

 
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