Direkt zum Inhalt

„Wenn ihr hier ankommt…“ – Schicksal einer jüdischen Familie zwischen Kindertransport und gescheiterter Emigration

Ausstellungseröffnung im Foyer des Landtags

Landtagspräsident Joachim Mertes mit Simon Burne (rechts), Sohn von Hans Bernd, Überlebender des Holocaust. Foto: Klaus Benz
Landtagspräsident Joachim Mertes mit Simon Burne (rechts), Sohn von Hans Bernd, Überlebender des Holocaust. Foto: Klaus Benz
Vor 75 Jahren drängten sich jüdische Kinder in Zugabteile, trugen Schilder mit Nummern und ihren Namen um den Hals und winkten von der Reling der Fährschiffe, wenn der Fähranleger in England in Sicht kam: Mehr als 10.000 Kinder wurden in den zehn Monaten zwischen den Novemberpogromen und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vor der antisemitischen Verfolgung ins Ausland gerettet. „Dass unter den Geretteten auch Kinder aus dem Raum Mainz, Ludwigshafen und Koblenz waren, zeigt erstmals unsere Ausstellung“, erläuterte Landtagspräsident Joachim Mertes.

„Dies ist eine Ausstellung, die in dieser Form noch nirgends zu sehen war“, so der Landtagspräsident. Weiter bemerkt er: „Auch heute erleben wir den Ausbruch von Unmenschlichkeit der Menschen gegen ihre Mitmenschen - im Syrischen Bürgerkrieg und an anderen Stellen auf dem Globus. Tun wir wirklich alles, was in unserer Macht steht, um die Schwächsten zu schützen?“

Die Pogrome vom November 1938 hatten der Welt erstmals das erschreckende Ausmaß der Judenverfolgung durch das nationalsozialistische Unrechtsregime in Deutschland vor Augen geführt. In der Folge hatten die Regierungen von England, der Schweiz, Belgien, Frankreich und den Niederlanden ihre Bedenken über Bord geworfen  und sich zu unbürokratischem Handeln entschlossen. Man war bereit, wenigstens jüdische Kinder aufzunehmen.

Die Ausstellung besteht aus einer Kernausstellung, drei Regionalteilen und einem Film mit Zeitzeugeninterviews. Konzipiert wurde die Wanderausstellung „Wenn ihr hier ankommt…“ von dem Meininger Ausstellungsmacher Christoph Gann. „Wenn gleich aus den Briefen von Eva Mosbacher, einem Kind, welches durch die Kindertransporte den Holocaust überlebt hat, zitiert wird, zeigt sich die ganze Dramatik, die mit den Kindertransporten verbunden war“, so Christoh Gann.

Die Rheinland-Pfalz-Teile der Ausstellung stammen von der „Initiative Ludwigshafen setzt Stolpersteine“, vom „Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e. V.“ sowie der Mainzer Historikerin Dr. Hedwig Brüchert und dem Mainzer Stadtarchiv.

Die Ausstellung richtet sich vor allem an jugendliche Besuchergruppen.

Pädagogisches Begleitprogramm für Schulklassen und Gruppen: dienstags bis donnerstags ab 9.00 Uhr. Anmeldung bei: Karin.Eifler@landtag.rlp.de, Tel. (06131) 208 24 96.

Die Ausstellung war vom 15. Januar bis 7. Februar 2014 täglich - außer an Wochenenden von 8 Uhr bis 17 Uhr im Foyer des Landtags Rheinland-Pfalz, Platz der Mainzer Republik 1, 55116 Mainz, zu sehen. An den Plenartagen (22. Januar, ab mittags bis 24. Januar mittags) war der Besuch der Ausstellung angemeldeten Gruppen vorbehalten. - 21.02.2014

Flyer zur Ausstellung


  zum Seitenanfang

 
  zum Seitenanfang
Übersicht der TastaturkürzelAktuellesDokumente